„Staplerfahren in Aschaffenburg ist wie Formel1 auf dem Nürburgring!“

Fabian Schulte, 3. bei der Deutschen Meisterschaft im Staplerfahren 2013 im Interview

Fabian Schulte aus Finnentrop-Hülschotten nahm 2013 zum ersten Mal am StaplerCup teil. Überraschend gewann der 31jährige nicht nur den Titel Regionalmeister in Herborn, sondern belegte „aus dem Stand“ den dritten Platz bei der Deutschen Meisterschaft im Staplerfahren. 2014 hat sich Schulte (auf dem Bild rechts) erneut qualifiziert – und sich Großes vorgenommen. 

Sieger 2013

Frage: Bei der ersten Teilnahme gleich den Dritten Platz zu machen – wie haben Sie denn das geschafft?

Fabian Schulte: Schon als kleines Kind habe ich mich immer mit Autos, Lastwagen, Treckern und so beschäftigt. Fahrzeuge faszinieren mich total. Ich liebe schnelle Autos, Oldtimer, fahre Stoppelfeld- und Geschicklichkeitsrennen.

Um in Aschaffenburg vorne dabei zu sein muss man sein Fahrzeug regelrecht fühlen können. Ich glaube, das ist bei Stefan Theissen, Jörg Klößinger und mir so. Ich empfinde das als ein gewisses außergewöhnliches Talent. All das wird beim Finale im letzten Jahr definitiv eine Rolle gespielt haben.

Frage: 2000 haben Sie bei Ihrer Ausbildung zum Berufskraftfahrer den Staplerführerschein gemacht. Sitzen Sie täglich auf dem Stapler?

Fabian Schulte: Nein, meistens ich fahre einen schweren Sattelzug mit einem 13,6 m langen Auflieger. Den Gabelstapler fahre ich nur etwa eine Stunde pro Woche. Oder wenn ich meiner zweiten Tätigkeit als selbstständiger Reifen-, Felgen- und KFZ-Händler nachgehe.

Frage: Der Chef und die Kollegen waren also schon überrascht von Ihrem Erfolg, was haben die zu Ihrem Sieg gesagt?

Fabian Schulte: Die waren begeistert und stolz, dass ich so weit gekommen bin! Meine Freunde und Familie haben erst mal gefragt, was genau da passiert; sie haben sich im Internet informiert und die Videos angeschaut. Dann war der Respekt groß und alle haben gratuliert.

Frage: In diesem Jahr sind Sie wieder Regionalmeister geworden und sind beim Finale in Aschaffenburg dabei. Was kann man als Staplerfahrer beim StaplerCup lernen?

Fabian Schulte: Man bekommt in Aschaffenburg einen guten Eindruck davon, was alles möglich ist, wie extrem präzise man fahren kann. Um selbst wirklich besser zu werden, müsste man die Aufgaben häufiger fahren, richtig üben. Die Stapler, die beim Finale eingesetzt werden, haben natürlich auch eine besonders gute Ausstattung, wie zum Beispiel eine hydraulische Gabelverstellung. Damit fahren dann manche zum ersten mal.

Fabian Schulte beim Halbfinale 2013

Fabian Schulte beim Halbfinale des StaplerCup 2013


Frage: Es ist also ein Unterschied, ob man in der Firma auf dem Stapler sitzt, oder in Aschaffenburg?

Fabian Schulte: Ganz klar! In der Firma ist es die tägliche Arbeit und in Aschaffenburg ist es Motorsport. Das ist ungefähr so wie der Unterschied zwischen dem Fahren in einer 30er Zone und Formel1 auf dem Nürburgring!

Frage: Was haben Sie sich für 2014 vorgenommen!?

Fabian Schulte: Ich bringe insgesamt 20 Personen zum Finale mit, meine Eltern, meine Frau, meine Geschwister, den Chef und die Chefin, außerdem einige Freunde. Die feuern mich an, weil sie wissen, was mein Ziel ist: Ich will erst Deutscher Meister werden - und dann will ich auch den Weltmeistertitel!